Was aus dem Wunsch nach einem eigenen Hund alles werden kann

Ich will einfach nur einen Hund!

Das habe ich früher immer gesagt.
Dann kam Snoopy in mein Leben und plötzlich lief es ein bisschen anders als gedacht.

Snoopy kam 2021 über einen Tierschutzverein direkt aus Rumänien zu mir (würde ich heute nicht mehr so machen!). Er konnte hervorragend an der Leine pöbeln, auch über vierspurige Straßen hinweg. Im Spiel mit mir zeigte er wenig Beißhemmung und meine Unterarme hatten schnell blaue Flecken. Viele Spaziergänge endeten in Tränen. Ein Versuch in der Hundeschule brachte etwas Hilfe, aber vor allem habe ich angefangen, selbst nach Lösungen zu suchen. Zu beobachten, anzupassen, meinen eigenen Weg zu finden.

Irgendwann wollte ich nicht mehr nur irgendwie klarkommen, ich wollte verstehen. Und ich wollte es richtig machen.
Also meldete ich mich zur Praktischen Woche bei Canis Kynos an. Nach fünf intensiven Tagen war mir klar: Ich will das wirklich. Ich investiere diese drei Jahre. Ich werde Hundetrainerin.

2025 habe ich dann meine Prüfung beim Veterinäramt abgelegt und meine Erlaubnis für das Betereiben einer Hundeschule nach §11 erhalten.

Auf dem Bild sind ein schwarzer Hund und eine blonde Frau zusehen. Die Frau ist in der Hocke. Beide sind einander zugewandt. Sie tragen jeweils ein weißes T-Shirt.
Auf dem Bild sind zwei schwarze Hunde zu sehen. Sie sitzen und schauen in Richtung der Kamera.

Ok, ich hab Platz für einen Zweiten!

Snoopy ist meine erste große Herausforderung gewesen – und dafür bin ich ihm unendlich dankbar. Er zwingt mich bis heute, geduldig zu sein. Und er zeigt mir immer wieder, dass auch ältere Hunde noch lernen können.

Charlie kam 2024 eher zufällig in mein Leben. Und hat sich dann langsam, aber sehr tief in mein Herz gegraben. Ich hatte mir gerade überlegt, dass ich jetzt Zeit und Platz für einen zweiten Hund hätte, da erfuhr ich, dass Charlies damalige Familie ein neues Zuhause für ihn sucht. Er kam nicht als unbeschriebenes Blatt. Mit der Unterstützung einer Dozentin, die beim ersten Treffen dabei war, konnte ich zum Glück ganz gut abschätzen, was auf mich zukommt. Da seine Wurzeln auch in Rumänien liegen, haben er und Snoopy gleich dieselbe Sprache gesprochen.
Durch Charlie habe ich gelernt, dass ein Hund mehr ist als einzelne Momente. Mehr als das, was in schwierigen Situationen sichtbar wird. Mit ihm habe ich gelernt, wo Kompromisse möglich und wo klare Grenzen nötig sind.

Jetzt möchte ich die Trainerin sein, die ich mir früher gewünscht habe

Im Umgang mit Menschen und ihren Hunden ist mir eines am wichtigsten: Die Individuen zu sehen, wie sie sind.

Ich glaube nicht an pauschale Aussagen, „immer“, „nie“ oder den einen richtigen Weg. Denn auch wenn sich die Ziele ähneln, so ist doch jedes Mensch-Hund-Team anders. Manche rennen den Berg hoch. Andere gehen erst noch eine Schleife um die Ecke. Beides ist okay. Wichtig ist nur, dass man ankommt. Auf einem Weg, der für alle beteiligten passt. 

Wenn Menschen bei mir im Training waren, wünsche ich mir, dass sie sich gestärkt fühlen. Dass sie merken: Ich kann das. Ich bin der Situation nicht ausgeliefert. Ich bin wirksam. Ich wünsche mir, dass sie ihren Hund besser verstehen. Wissen, was sie wollen, was davon realistisch ist und wie sie Schritt für Schritt dorthin kommen.Und dass sie wissen: Wenn neue Fragen auftauchen, dürfen sie jederzeit wiederkommen.

Genau dafür gibt es just dog things